Anleitung Rohwolle waschen

Rohwolle waschen

Irgendwann ist man an der Stelle wo man seine Wolle nicht nur fix und fertig kaufen will, nein man will wirklich vom geschorenen Schaf die Rohwolle selber waschen, kardieren (oder kardieren lassen ) und dann verspinnen.

Eine Fotostrecke kommt so bald ich meine Rohwolle Wasche.

Hier meine kurze Anleitung zum Rohwolle Waschen.

Die Anleitung Rohwolle Waschen wurde auch in der Holunderelfe Nr. 2 abgedruckt.

Auch als Download als PDF

Bitte beachten!!

Nicht jede Wolle wäscht sich gleich! Manche Wollen sind sehr Empfindlich was die Bewegung beim Waschen angeht. Wenn sie unsicher sind, lieber in einem Eimer eine kleine Probe waschen.

Die Folgende Methode wurde ausprobiert bei der Wolle von folgenden Schafrassen:
Merino, Schwarzkopf, Milchschaf, Milchschaf Mix, Coburgerfuchs

Mit Vorsicht zu genießen sind; Wensleydale neigt sehr zum filzen hier sehr sehr vorsichtig waschen!

Keine so starken Waschgang benötigt Alpakawolle.

EDIT, Ergänzung Mai 2013

Ich habe einen Waschversuch gestartet. Nach dem die Wolle bei Waschsoda manchmal etwas ruppig, sprich sehr rauh wird, habe ich heute mit Merino Wolle einen Versuch gemacht. Ich habe diesmal als Waschmittel, Frosch Wollwaschmittel genommen. Als alleiniges Waschmittel. Das Ergebniss nach drei Durchgängen, die Wolle ist etwas weicher geblieben. Das Wollfett verschwindet auch hier fast völlig und zwar so gut das man die Wolle auch zum Kardieren wegschicken kann.
Nachteil mit diesem Waschmittel, es ist einfach sehr teuer. Soda und Spüli sind einfach billiger. Ich habe diese Aktion auch nur mit Frosch Wollwaschmittel probiert, wie es sich mit anderen Wollwaschmitteln verhält kann ich nicht sagen.

Sie brauchen:

–        Waschkessel auch Schlachtkessel genannt

–        Holz

–        Extrem viel Wasser

–        Waschsoda

–        Geschirrspülmittel

–        Mindestens 3 – 4 Bottiche
(je nach dem was sie haben, Plastik Mörtelmischbehälter oder Zinkwannen )

–        Alten Wäschestampfer

–        Alten Stock / Holzzange

–        Alte Bettbezüge/Kopfkissenbezüge

–        Eimer

Idealer Weise noch eine alte Wäscheschleuder.

Rohwolle vorsortieren, Hals und Hinternwolle wegsortieren, auch Wolle mit zu viel Einstreu aussortieren. Diese Rohwolle kann man auf dem Kompost werfen oder im Gartenbeet unterarbeiten als Dünger.

Man kann die Wolle vor dem Waschen einweichen, wenn man genug Regenwasser hat, dann geht es später beim Waschen leichter. Ist aber kein muss.

Wasser im Kessel erhitzen bis es wirklich sehr heiß ist.

Das Wasser in den Bottich geben, eine sehr gute Portion Waschsoda und Spüli hinzu und dann die Wolle dazu geben. Das ganze mit dem Wäschestampfer gut unterdrücken und dabei so wenig wie möglich bewegen. Man drückt mehr die Wolle mehr unter Wasser.

Sie werden schnell sehen wie dreckig das Wasser wird. Je nach dem wie schmutzig die Wolle ist benötigen sie 2 – 3 Waschgänge mit immer wieder heißen Wasser, Waschsoda und Spüli.  Mit einem Stock oder der Holzzange wuchte ich die nasse Wolle von Bottich zu Bottich. Bitte versuchen die Wolle kurz in der Luft abtropfen zu lassen.

(Tip aus dem Spinnforum, zwischen den einzelnen Waschgängen in der Wäscheschleuder schleudern lassen, Wolle hierzu in einen alten Kopfkissenbezug oder Bettbezug)

Nachgespült wird wieder mit heißem Wasser! Das ist sehr wichtig, da sonst die Wolle bei dem Temperatursturz (heiß gewaschen / kalt gespült ) anfängt zu filzen.

Die nun gespülte Wolle in einen alten Kissenbezug und in die alte Wäscheschleuder. Das hat den Vorteil, dass die Fettkügelchen die sich noch in der Wolle befinden, aber durch das Waschen schon gelöst sind, dann aus der Wolle geschleudert werden und die Wolle trocknet schneller!

Ich verwende immer den Bottich mit dem Spülwasser nach dem Spülen noch einmal, und zwar als neuen ersten Waschbottich, noch mal frisches heißes Wasser drauf. So geht es dann Reih um weiter. Im Wechsel kann ich so einen Bottich mit Wasser zweimal verwenden (bis auf den ersten mit der ersten Waschladung).

Die Wolle lege ich auf einem alten Betttuch in die Sonne zum trocknen. Je nach Wetterlage kann die Wolle schon nach einem Tag trocken sein oder nach zwei. Bitte Wolle übernacht nicht liegen lassen, da die Wolle wegen dem Tau wieder nass wird. Und natürlich das wenden nicht vergessen. Idealer weise kann man aus Hasendraht und Latten ein Trockengitter bauen.

Bitte beachten sie das Lohnkardierer nur wirklich fettfreie Wolle annehmen. Deswegen mit Waschsoda nicht sparen.

Wenn sie Unsicher sind, schicken sie dem Lohnkardierer eine Probe ihrer Wolle.

Tip 2. Wenn sie nicht sicher sind mit den Mengen an Waschsoda probieren sie sich zuerst an einer kleinen Menge aus.

WICHTIG!

Sowohl Rohwolle, wie auch die fertig gewaschene Wolle NICHT in Plastiksäcken oder Tüten lagern! Nehmen sie hierfür Idealerweise alte Bettbezüge oder Kopfkissen, aber auch Umzugskartons und Papiertüten sind in Ordnung.

Viel Spaß beim waschen der Wolle .

Anna Strübel
www.lebendige-handarbeit.de

Diese Anleitung wurde nach bestem Wissen und Erfahrung geschrieben.
Für eventuelle Schäden an Material und Wolle, übernehme ich keine Haftung.

Diese Anleitung läuft unter  Creative Common cc-by-sa

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